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Seit 1856 Tradition und Fortschritt

Die Firma Juwelier Zartmann wurde am 1. Oktober 1856 von Goldschmiedemeister Julius Weihe als Gold- und Silberwarenfachgeschäft in der Bäckerstrasse 31 gegründet. Es ist das Haus, in dem heute der Stoffmarkt „Reste Truhe“ ist.
1861 erwarb Goldschmiedemeister Julius Weihe das Grundstück Bäckerstrasse 11 und baute das heutige Wohn- und Geschäftshaus neu auf.
Nach dem Tode von Julius Weihe übernahm sein Sohn Goldschmiedemeister Friedel Weihe das Geschäft.
In 1919 verkaufte Friedel Weihe das Juweliergeschäft mit anhängender Goldschmiedewerkstatt an Heinrich Zartmann aus Bonn, der in Bielefeld als Goldschmiedemeister tätig war. Ihn hatte die Liebe nach Ostwestfalen verschlagen. Emilie van den Bulk , die Tochter eines alteingesessenen Herforder Zahnarztes, war die Auserwählte, Filialleiterin der Firma Nähmaschinen Singer in Herford in der Bäckerstrasse. Ihr Großvater, der Werksführer Josef-Bruno van den Bulck, war im Jahre 1862 Schützenkönig der Schützengesellschaft zu Herford.

Emilie und Heinrich Zartmann erfreuten sich großer Beliebtheit in der Wittekindsstadt Herford. Durch Aufgeschlossenheit, Kontaktfreude, Fleiß und Ehrlichkeit wurden sie bekannt bis weit über die Grenzen des Kreises Herford. Heinrich Zartmann war begeisteter Jäger, Sportschütze im Schießclub Herford und im Jahre 1934/35 Schützenkönig der Schützengesellschaft zu Herford von 1832. Nach dem Tode von Goldschmiedemeister Heinrich Zartmann, am 10. Oktober 1944, leitete seine Frau Emilie Zartmann das Geschäft weiter.

Unvergessen: Frau Emilie
Frau Emilie Zartmann, noch bis zum letzten Tage im Geschäft tätig, verstarb im Februar 1954. Ihr ganzes Wirken galt dem Wohl des Geschäftes durch individuellen Dienst an den vielen Kundinnen und Kunden.
Ihr Sohn Georg Zartmann hatte die Meisterprüfung im Goldschmiedehandwerk 1939 bestanden, war jedoch gleich danach bei der deutschen Wehrmacht als Offizier tätig. 1941 heiratete er Ilse Schwake , die Tochter des angesehenen Herforder Fabrikaten Fritz Schwake . Ab 1945, nach der Kriegsgefangenschaft, leitete er nun gemeinsam mit seiner Mutter das Geschäft und kümmerte sich zusätzlich um den Neuaufbau verschiedener Sportvereine, so z.B. um die Schützengesellschaft zu Herford, den Turniertanzclub Grün Gold Herford, dem Herforder Automobilclub im ADAC und den Tennisclub TC Herford. Nach dem Tod von Emilie Zartmann im Februar 1954 übernahm er die alleinige Verantwortung für die Firma.

Im Jahre 1956 feierte man das 100jährige Firmenjubiläum gemeinsam mit 12 Mitarbeitern. Mit Tatkraft und Geschick, aber auch durch Mut zu Neuem meisterte er viele Probleme und Hürden auf den Weg zur Nummer 1 der Gold- und Silberschmuck-Fachgeschäfte im Kreis Herford. Seine positive Einstellung zu allem Schönen und seine Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber gaben dem Geschäft immer wieder neuen Auftrieb. Sein besonderer Augenmerk galt seiner Goldschmiedewerkstatt, welche durch Anfertigungen von außergewöhnlichen Dingen und individuellen Schmuckstücken hohes Ansehen auch außerhalb Herfords genießt. Schließlich wurde auch eine eigene Uhrenreparaturwerkstatt eingerichtet und somit auch diesem Zweig des Geschäftes eine fachmännische Betreuung gegeben.

Einige Arbeiten wurden für Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften, Ämter, Gemeinden und Vereine gearbeitet. Hier nur einige Beispiele, wie die Tischglocke zum 100jährigen Bestehen der Schuhmacherinnung der Stadt und des Kreises Herford, die Obermeisterkette der Herforder Fleischerinnung, die Amtskette der Gemeinde Lippinghausen zur 800 Jahrfeier, das Ehrenschild des Fahnenträgers und die Kette des Präsidenten des leisen Abtrunks der Schützengesellschaft zu Herford, den ersten Herforder Golddukaten mit dem Wittekindsdenkmal und dem Herforder Stadtwappen. Selbstlos bot er den Ratsherren und dem Bürgermeister der Stadt Herford seine Dienste für eine Bürgermeisterkette an. Die Kosten des Materials hätten aufgebracht werden müssen. Es wurde von den Bürokraten abgelehnt. Heute kann man solch ein Angebot aus Kostengründen nicht wiederholen.

Im September 1968 legte Georg Zartmann als einer der ersten deutschen Juweliere die große Fachprüfung „Diamantexperte GdE “ in Frankfurt ab.

In den 60er und 70er Jahren war Georg Zartmann ehrenamtlich als Sportkommissar für den ADAC tätig, als Schöffe beim Amtsgericht Herford, als ADAC-Vertreter im Verkehrsausschuß der Stadt Herford, und als Obermeister der Gold- und Silberschmiedeinnung Bielefeld, die den Regierungsbezirk Detmold umfaßt . Im April 1983 wurde er zum Ehren-Obermeister ernannt.

1971 beteiligte Goldschmiedemeister Georg Zartmann seine Frau Ilse und seinen Sohn Jörg, der auch Goldschmied gelernt hat, an dem Juweliergeschäft. Ebenfalls 1971 heiratete Jörg Zartmann seine langjährige Freundin Karin Linnig , eine gelernte Damenschneiderin, aus Stade.

Im Juli 1978 wurde Jörg Zartmann König der Schützengesellschaft zu Herford. Im März 1979 legte er durch Kurse und Weiterbildung in dem Fortbildungszentrum Königstein - eine Schule für Juweliere, Goldschmiede und Uhrmacher - die Prüfung „Diamantgutachter“ ab.

Im Oktober 1981 feierten die 15 Mitarbeiter der Belegschaft und der Geschäftsführung der Goldschmiede Juwelier Zartmann KG gemeinsam das 125jährige Geschäftsjubiläum in kleinem Kreise. 4 Monate später verstarb die gute Seele des Unternehmens, Ilse Zartmann an den Folgen eines Virus.

Georg Zartmann blieb zwar Komplementär des Unternehmens, zog sich jedoch immer mehr zurück. In 1984 besuchte Georg Zartmann mit seinem Sohn Jörg die Schule des Fortbildungszentrum Ahlen und belegte die Kurse „Sachverständigenwesen“. Um nicht ganz einzurosten, half Georg Zartmann seinem Sohn bei Gutachten für Finanzämter, Stadtverwaltungen und Versicherungen. Jörg Zartmann und seine Frau Karin leiten seitdem die Firma. Im Februar 2001 verstarb Georg Zartmann kurz vor seinem 85. Geburtstag nach einem erfüllten Leben.

Karin und Jörg Zartmann werden im Sinne ihres verstorbenen „Seniors“ das Einzelhandelsgeschäft für Schmuckwaren weiterführen. Der gemeinsame Sohn Kai Zartmann absolvierte nach dem Abitur und dem Militärdienst seine Lehre als Goldschmied und studierte Betriebswirtschaftlehre an der FH in Osnabrück und ist nun Diplomkaufmann .

Seit September 2006 ist Kai Zartmann mit in der Goldschmiede Juwelier Zartmann tätig. Außerdem wurde er durch den Kronenschuss auch König der Schützengesellschaft zu Herford und nahm seine Freundin Cornelia Aping zu seiner Königin. Im gleichen Jahr heirateten die beiden in Herford unter Beteiligung vieler Schützenbrüder. Am 18. April 2007 wurde der “Kronprinz” Bastian Zartmann geboren. Im März 2009 erblickte Emily das Licht der Welt.

Schwerpunkt der heutigen Inhaber ist der zeitlose, hochwertige - aber nicht hochpreisige - moderne Schmuck in Titan, Edelstahl, Silber Gold und Platin.